Eine Faser zwischen zwei Gebäuden: Wie ein 1G-SFP am Avaya VSP 4400 mit einem SFP+-Port am Extreme X690 verbinden
Ich bringe zwei Campusgebäude in ein gemeinsames Netz. In Gebäude A steht ein Avaya VSP 4400, frei sind dort nur 1G-SFP-Ports: Die dedizierten Uplinks sind seit Langem für anderes belegt. In Gebäude B steht ein Extreme Summit X690-48x-2q-4c, dort sind SFP+-Ports mit 10G frei, andere Optionen gibt es auch nicht. Zwischen den Gebäuden liegt eine Faser OS2, eine zweite Ader ist nirgends herzubekommen.
- Avaya VSP 4400, freie 1G-SFP-Ports
- Extreme Summit X690-48x-2q-4c, freie 10G-SFP+-Ports
- Strecke: Singlemode-Faser OS2, eine Ader
- Module für diese Leitung noch nicht gekauft
Messwerte zur Strecke und aktueller Portzustand:
Трасса: одномодовое волокно OS2, одна жила между зданиями
Затухание на 1310 нм: около 1 дБ
X690: порт SFP+ 10G, с 1G-модулем линк не поднимается
VSP 4400: порт SFP 1G, свободен
Was schon gemacht wurde:
- beide Chassis nach freien dedizierten Uplinks durchsucht - gibt es nicht, die Option „in den richtigen Port stecken" fällt also weg
- auf der Werkbank ein gewöhnliches 1G-SFP in den SFP+-Slot am X690 gesteckt und mit kurzem Patchkabel mit dem VSP 4400 verbunden: Der Port bleibt einfach down
- im Datenblatt zum X690 die Tabellen zur 1G-Optik nachgeschlagen, aber beim Einfaser-Schema nicht ganz durchgestiegen
Frage in zwei Teilen: Welche Module für eine Ader nehmen, damit das 1G-Modul in der Avaya mit dem SFP+-Port am Extreme zusammenpasst, und was muss auf der X690-Seite noch konfiguriert werden?
Comments 4
Da es nur eine Ader ist, fällt das übliche Modulpaar weg - gebraucht wird ein Paar Einfaser-BiDi. Das sind zwei Module mit gespiegelten Wellenlängen: Das eine sendet auf einer Länge und empfängt auf der anderen, das zweite genau umgekehrt. Einzeln sind sie nutzlos, unbedingt als exakt zusammenpassendes Paar nehmen.
Zweitens, und das ist wichtiger: Die Reichweitenklasse nach der echten Strecke wählen, nicht mit Reserve für die Zukunft. Bei etwa 1 dB Dämpfung brennt ein Modul mit großer Reichweite den Empfänger auf der Gegenseite locker durch, und statt eines Links gibt es Fehler oder wieder dasselbe down. Liegt der Pegel am Empfänger nach dem Einbau über der oberen Grenze im Datenblatt des Moduls - Dämpfungsglied einbauen, auf kurzen Strecken zwischen Nachbargebäuden ist das normale Praxis, kein Notbehelf.
Zur Konfiguration am X690: Nicht darauf verlassen, dass sich der SFP+-Slot von allein auf Gigabit einigt. Die Geschwindigkeit am Port muss manuell auf 1 Gbit/s fixiert werden, dann läuft das 1G-Modul darin regulär. Welche 1G-Module die Slots genau akzeptieren, steht im Datenblatt des X690 - dort gibt es eigene Tabellen zur 1G-Optik. Beide Chassis kommen dabei problemlos mit Nicht-Original-Modulen zurecht, sich für eine einzelne Leitung auf Hersteller-Transceiver zu versteifen, lohnt also nicht.
Kläre noch ein paar Punkte, sonst ist das Raterei. Erstens: Womit wurde die Dämpfung gemessen - mit Lichtquelle und Leistungsmesser oder mit einem Reflektometer? Etwa 1 dB auf Singlemode ist sehr wenig, und ob man der Zahl bei der Wahl der Reichweitenklasse überhaupt trauen kann, hängt von der Messmethode ab. Zweitens: Hast du den Port am X690 im Automatikmodus gelassen oder versucht, die Geschwindigkeit fest vorzugeben? Der SFP+-Slot sitzt standardmäßig auf der Zehnergeschwindigkeit und geht längst nicht immer von allein runter. Und drittens - wie lang ist die Strecke zwischen den Gebäuden? Bei Nachbargebäuden lässt sich mit einem Modul für große Reichweite der Empfänger auf der Gegenseite leicht durchbrennen.
Antworte gleich auch auf die Frage oben: Die Dämpfung wurde mit Lichtquelle und Leistungsmesser gemessen, ein Reflektometer war nicht zur Hand, die Zahl ist also einfach der Verlust von Kreuzverteiler zu Kreuzverteiler.
Ein Paar Einfaser-Module mit unterschiedlichen Wellenlängen genommen, am X690 die Portgeschwindigkeit von Hand auf 1 Gbit/s festgenagelt - der Link kam beim ersten Versuch hoch, ohne Zauberei. Die Pegel am Empfänger sind im normalen Bereich, ein Dämpfungsglied war nicht nötig, die Strecke ist wirklich kurz. Läuft jetzt seit der zweiten Woche Traffic zwischen den Gebäuden, der Port flackert nicht, keine Verluste.
Noch etwas zur Avaya-Seite, damit später niemand beim Übertragen der Config auf ein Nachbar-Chassis eine Überraschung erlebt. Die Regel zur Autonegotiation ist bei VSP von Modell zu Modell verschieden. Auf dem VSP 7254XSQ gibt es an diesen Ports gar keine Autonegotiation: 1G-SFP linkt dort nur, wenn auf der Gegenseite der Automatikmodus aus ist, und Kupfer-1000BASE-T-Module laufen auf dieser Plattform ausschließlich mit Gigabit. Bei der VSP-4450-Serie ist es genau umgekehrt - damit ein 1G-SFP in Richtung fremder Switches hochkommt, muss Autonegotiation eingeschaltet bleiben. Ein und dieselbe Konfigurationsvorlage passt nicht auf beide Plattformen, also erst die Regel für das jeweils eigene Modell nachschlagen und erst danach Modul oder Port verdächtigen.
Und ja, das Festnageln der Geschwindigkeit betrifft nicht nur Extreme. Am Nexus 3000 liefert ein Kupfer-1G-SFP in einem SFP+-Port glatt
Ethernet1/45 is down (SFP validation failed), bis man ins Interface geht undspeed 1000sowieno shuteinträgt: Eine automatische 1G-Erkennung gibt es dort nicht, der Port bleibt standardmäßig auf der Zehnergeschwindigkeit und das Modul wird abgelehnt.